Tagebuch von Farnirras dem Grübler

Einige Seiten wurden aus dem stark beschädigten Tagebuch herausgerissen. Die verbliebenen Seiten sind in einer kunstvollen Handschrift beschrieben. "1. Jeder Tag, der vergeht, bestätigt mich in meinem Entschluss, in diesen wilden Gefilden zu leben. Sicher, ich muss ohne die Annehmlichkeiten des Stadtlebens auskommen, aber die Wildnis hat durchaus ihren Charme. Gehe ich beispielsweise zum See, werde ich stets Zeuge einer malerischen Szenerie – Nixen, die im flachen Wasser mit Elementaren spielen. An den Abenden tanzen Irrlichter vor der Tür und unter den Fenstern meines Turmes, lassen die Nacht in hellem Licht erstrahlen und erfüllen die Luft mit dem Duft eines nahenden Gewitters. Ich kann sie einfach beobachten oder Blitze von meinem Balkon auf sie schleudern. Natürlich nur zum Spaß. Diese Kreaturen sind gegen Magie nahezu immun, aber es ist recht amüsant, zu beobachten, wie sie funkeln und wütend werden, wenn sie erkennen, dass sie mir nicht gewachsen sind." "3. Trotz all meiner Bemühungen ist auch der letzte der Diebe gestorben, die versucht hatten, in den Turm einzudringen. Das war natürlich allein mein Fehler. Ich muss den Wächtergolem besser konfigurieren. Der Dieb hat mich bis zum letzten Atemzug in drei verschiedenen Sprachen verflucht. Ich habe aber nur die Hälfte seiner Drohungen verstanden. Er faselte irgendetwas von einem "schlimmsten Feind", der schon an meiner Schwelle steht. Bei allen Türschwellen Iobarias – ich kam in diese Wildnis, um all diesen Unsinn hinter mir zu lassen! Aber es finden sich eben immer wieder Hitzköpfe, die sich zuerst selbst in Schwierigkeiten bringen und einen dann verfluchen, wenn man versucht, sie zu heilen. Eine Schande ist das." "5. Seltsam, der Wächtergolem funktioniert nicht. Er ist allerdings nur deaktiviert, nicht zerstört. Und natürlich habe ich so gut wie nichts von dem hier, was ich bräuchte, um ihn zu reparieren. Was könnte wohl passiert sein? Ich habe den gesamten Turm und sämtliche Schutzzauber überprüft ... aber nichts Ungewöhnliches festgestellt." "7. Der Leichnam ist verschwunden. Aus dem Keller des Turms ... den niemand außer mir betreten kann. Es mag ja sein, dass ich ab und an etwas zerstreut bin, aber das ist schon sehr merkwürdig." "9. Ich frage mich, was ich mit dem Elfenmädchen machen soll, das ich vor der Wyvern gerettet habe. Die Kleine scheint langsam den Verstand zu verlieren. Sie beäugt jeden meiner Schritte, stellt mir seltsame Fragen und will wissen, ob ich nachts gut schlafe. Danke der Nachfrage, ich kann nicht klagen. Immerhin sind ihre Wunden nicht allzu schlimm. Ein wenig Magie und sie ist so gut wie neu." "11. Ich habe dieses Tagebuch seit fast einem Monat nicht mehr aufgeschlagen, weil ich zu sehr mit meinen Nachforschungen beschäftigt war. Ein seltsames Ereignis jagte das andere. Zuerst ein Feuer in meinem Alchemielager. Dann der Verlust der Artefakte. Ich wechsle immer und immer wieder die Schutzzauber – vergeblich. Irgendetwas schleicht durch meinen Turm, hinterlässt keinerlei Spuren und überwindet mühelos alle meine Schutzzauber. Ich wage nicht, mir vorzustellen, welche Macht diese Kreatur besitzen muss. Außerdem verstehe ich nicht, warum sie mich – wenn sie schon so mächtig ist – nicht längst getötet hat." "13. Ich kann nachts nicht mehr schlafen. Ab und an verliere ich dafür am helllichten Tag das Bewusstsein und wache irgendwann auf dem Boden des Labors wieder auf. "15. Ich bin ein Narr. Ich hätte den Worten des sterbenden Diebes mehr Beachtung schenken sollen. Ich weiß jetzt, was hinter mir her ist. Und mir bleibt nicht viel Zeit, um herauszufinden, wie ich es bekämpfen kann."

Kosten
10 gp
Gewicht
0.5 lb
Tagebuch von Farnirras dem Grübler - Kingmaker