"Tränenbehangene Himmel" – Auszug

"INNEN, SCHLOSSSAAL – NACHT Der fette HERZOG geht unruhig auf und ab und blickt immer wieder nervös zu einem Fenster. Draußen BRÜLLT eine Menge. Der NARR setzt sich auf den Boden und beobachtet den HERZOG besorgt. Der NARR öffnet den Mund, um tröstende Worte zu sprechen, schreckt dann jedoch zurück, als der HERZOG den NARREN gereizt ansieht. Herzog: Zorn, Hass, Galle und Gift schreien sie unten Welch Schurke muss ich sein, solch Abscheu zu verdienen? Narr: Durchlaucht, protestier ich armer Narr, ich schwör's – Die Leute preisen Euch, nur ohne Heiterkeit. Nicht Eure Taten bringen Tränen, ach, in ihre Augen. Nein, sie ehren Euch mit buntem Regen aus Konfetti. Fragt Euch, Durchlaucht, wessen Politik sie wohl beklagen? Ein Name, oh Herzog, den von König – Herzog: – Aha! Lasst rufen meinen besten Ritter, brennen soll sein Schwert vor heißem Recht, vor glühender Gerechtigkeit! Narr: Durchlaucht, darf zu protestieren bescheiden ich es wagen? Herzog: Sprich, Narr. Narr: Der Krieger, den Ihr für den besten haltet? Sein Edelmut ist der betrunkener Wölfe, die des Hirten Herde verfolgen, die Lippen sich leckend, und sagen, sie geiferten nur aus Sorge um die Schafe. Herzog: Narr, was weißt du von Gesetzen, Ländern und Schiffen? Das Wort und die Gunst des Königs hat dieser Ritter, und du wagst es, eines Soldaten Wert zu beurteilen? Der HERZOG hebt eine Hand, um den NARREN zu schlagen. Narr: Keine Ehre fordert er, wenn unschuldige Köpfe rollen, und Euer Ritter hört Schmerzensschreie und lacht nur vergnügt. Herzog: Humor ist kein Verbrechen. Narr: Nein, kein Verbrechen, es sei denn, der edle Ritter spuckt Met vor Lachen um Euer Durchlaucht Umfang. Herzog: Fürwahr! Hol meine Klinge und meinen Kürass, Narr und diene als Knappe mir für meine durst'ge Rache! Der HERZOG greift zornig nach seinem Schwert, um den RITTER zu finden. Der NARR eilt ihm mit einem Brustpanzer in der Hand hinterher.

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1 gp
Gewicht
0.5 lb
"Tränenbehangene Himmel" – Auszug - Kingmaker