Willas Gundersons Tagebuch

"Seit ich die Baronie Seiner Gnaden verlassen habe, war ich von einem einzigen Ziel besessen: Mutig meinem Schicksal entgegenzuschreiten, ohne die Schwarzseher zu beachten, die an meinen Fähigkeiten zweifeln. Der Baron ist ein großer Mann, und ich hörte ihn sagen, dass es jedem frei steht, nach seinem Willen zu handeln. Ich will eine große Entdeckung machen, mich in deren Ruhm sonnen und diesen eingebildeten Narthropple in seine Schranken weisen – und bei Desna, das werde ich auch! - Tag 1 der großen Expedition zu den Hügeln von Levenies Ich habe Varnburg erreicht – eine Trutzburg der Zivilisation. Hier werde ich mit meiner Suche nach jener Entdeckung beginnen, die meinen Namen für alle Zeit in den Annalen von Golarion verewigen wird. Vor langer Zeit blühten hier alte Königreiche, aber ich bezweifle, dass vor mir jemand ernsthafte Ausgrabungen in dieser Wildnis unternommen hat. Ich, Willas Gunderson, werde dieses historische Versäumnis korrigieren, indem ich die umliegenden Länder sorgfältig vermesse, auf der Karte Punkte von großem Interesse vermerke und schließlich Artefakte berge, die eines Tages begehrte Exponate in den Museen dieser Welt sein werden! - Tag 4 der großen Expedition zu den Hügeln von Levenies Die Hügel von Levenies sind zum Greifen nahe. Ich habe die ersten Ausläufer hinter mir gelassen und hätte mich auf der Ebene beinahe – und das nicht nur einmal – verlaufen. Ich bin auf ein vielversprechendes Grab gestoßen. Da sich in diesem aber etwas zu regen schien, beschloss ich, seinen Frieden nicht zu stören! - Tag 7 der großen Expedition zu den Hügeln von Levenies Ich habe die gesamte Umgebung abgesucht. Meine Beine schmerzen und ich habe kaum noch Geld. Wenn ich nicht binnen zweier Tage irgendetwas finde, muss ich wohl oder übel die Böden der Taverne in Varnburg schrubben. - Tag 10 der großen Expedition zu den Hügeln von Levenies Wie es scheint, hat Desna meine Gebete erhört! Als ich von meinem letzten Ausflug zurückkehrte, wurde ich von der Dunkelheit überrascht und war gezwungen, eine Nacht in den Hügeln zu verbringen. Als ich schlief, hörte ich plötzlich eine Stimme ... eine majestätische, stolze Stimme, die nur die Stimme einer Gottheit gewesen sein konnte. Sie befahl mir, aufzustehen und ihrem Ruf zu folgen. Und so folgte ich ihr wie im Schlaf, wohin sie mich führte. Doch die Nacht wurde mit jedem Schritt schwärzer. Völlig blind erkannte ich plötzlich, dass der weiche Boden unter meinen Füßen einem gepflasterten Weg gewichen war. Als ich den Boden absuchte, um mich zu orientieren, ertasteten meine Hände eine geborstene Amphore voller Gold und Juwelen. Mir fehlen die Worte, aber als ich die Amphore berührte, hatte ich das Gefühl, als hätte ich jemanden gestört. Starr vor Angst konnte ich nur noch nach einem Armreif greifen, ehe ich in die mondlose Nacht floh. Während ich diese Zeilen schreibe, geht bereits die Sonne auf. Ich weiß nicht wie, aber ich haben zur Ebene zurückgefunden. Es muss Desna selbst gewesen sein, die mich durch Dunkelheit und Verzweiflung geführt hat! Oh, mächtige Göttin! Ich flehe dich an, führe mich in die Zivilisation zurück! Andernfalls wird mein einziger Beitrag zur Geschichte dieses verfluchte Tagebuch und mein von Raben gefressener Leichnam sein. - Tag 12 der großen Expedition zu den Hügeln von Levenies Ich kann Varnburg sehen! Desna sei gepriesen! Ich spüre ihren Blick und ihren Segen! Endlich kann ich meinen Fund Maegar zeigen. Er kennt sich aus mit Schätzen und empfängt jeden, der sie findet! Der Armreif, den ich fand, scheint aus einem einzigen Stück Jade geschnitzt worden zu sein, und selbst wenn er kein Relikt ist, ist er gewiss ein Vermögen wert. - Tag 14 der großen Expedition zu den Hügeln von Levenies Maegar und sein arroganter Magier Zephal wissen nichts über den Armreif. Varn wird jemandem schreiben, der mir helfen kann, dieses Mysterium zu lüften. Ich werde von Albträumen heimgesucht. In den Träumen reiße ich mir die Augen aus und werde lebendig begraben. Dann wache ich schweißgebadet auf, ehe ich wieder in einen unruhigen Schlaf falle – und aufs Neue träume. Will Desna mich prüfen? Was muss ich tun, mächtige Göttin? Schick mir ein Zeichen! - Tag 15 Die Träume wollen nicht enden. Heute Nach sah ich einen Schatten vor meinem Fenster. Ich glaube, er hat mich verhöhnt. Das ist nicht Desna. Göttin, befreie mich von dem Bösen! Ich werde dieses Tagebuch als Warnung verstecken! Uralte Schrecken, nicht nur in meinem Kopf! Sie sind hier. Blut tropft aus meinem Auge es ist hier [Die Schrift wird unleserlich, aber zwei große Lettern prangen fett über fahrigen Federstrichen und verschmierten Blutspuren – "VO".]

Kosten
10 gp
Gewicht
0.5 lb
Willas Gundersons Tagebuch - Kingmaker