Zerrissene, feuchte Seite
"Ich habe die Pflanze und die Wunde, die sie verursachte, so schnell ich konnte beschrieben. Hoffentlich kann ich diese Notizen irgendwann einem Druiden zeigen, um mehr über diese Dinge zu erfahren. Ich hätte mich nicht in dieses Dickicht wagen sollen. Das Gelände war steil und es war ohnehin schon gefährlich, hier herumzuklettern – auch wenn uns diese Lichtwesen nicht behelligen. Rismel verhielt sich heute Morgen seltsam, fast wie ein Verrückter. Erst zwang er mich, die Abkürzung zu den Ruinen zu suchen, und als ich mich dann an einem Dorn verletzte, weigerte er sich, mich zu heilen. Der verfluchte Priester treibt uns immer weiter. Vermutlich hatte er eine Eingebung von Nethys selbst, und solange sein Gott im Turm auf ihn wartet, hat der Kleriker keine Zeit für niedere Arbeiten. Langsam beschleicht mich das Gefühl, die Gerüchte über die Unzuverlässigkeit von Nethys' Anhängern sind wahr. Ich wollte umkehren und das Gold lassen, wo es hingehört, aber Bryt hat mich überredet, weiterzugehen. Er meint, dieser Gunderson hat das Wort "Schatz" falsch verstanden. Der Paladin ist überzeugt, dass der Schatz, der wohl tatsächlich in diesem Turm verborgen ist, irgendein unbezahlbares magisches Wissen ist, das die einstigen Bewohner dieser Insel dort zurückgelassen haben. Allerdings weiß er nicht, ob er es durch das Unterholz ohne meine Hilfe bis zum Turm schafft. Wenn es nach mir ginge, würde ich die Sache einfach abblasen. Ich bezweifle nämlich ernsthaft, dass unser Kunde Interesse an verstaubten Büchern hat. Aber dieses Argument lässt weder der Kleriker gelten, der ja immerhin einen Gott der Magie verehrt, noch der Paladin, der einem Gott des Wissens dient. Bryt hat versucht, meine Wunde selbst zu heilen. Inzwischen ist sie zwar fast geschlossen, tut aber immer noch höllisch weh. Hoffentlich ist das nur eine vorübergehende Nebenwirkung. Es gibt für mich nämlich fürs Erste kein Zurück.
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