Abadar

Gottheiten und Domänen

Abadar ist eine geduldige, berechnende und weitsichtige Gottheit, die die Grenzen der Zivilisation ausdehnen, Ordnung in die Wildnis und Reichtum all jenen bringen möchte, die nach dem Gesetz leben. Sein oberster Wunsch ist es, die reinigende Ausbreitung der Zivilisation zu verfolgen, Licht in die düsteren Ecken der Welt zu bringen und die uhrwerkartige Perfektion des Kosmos zu demonstrieren. Er ist von Natur aus eher bedächtig, da auch der gesellschaftliche Fortschritt zwar langsam, aber unaufhaltsam ist. Er stellt den Mittelweg zwischen Gut und Böse dar. Er sieht den Vorteil beider Seiten und ist nicht gewillt, nur eine von beiden zu unterstützen. Seine Anhänger glauben, dass er verantwortlich dafür ist, dass die verschiedenen humanoiden Völker aus den einfachen Stämmen zu Wesen aufgestiegen sind, die in der Lage sind, riesige Städte zu errichten. Er legt den Anführern Worte der Diplomatie in den Mund, leitet die Federn jener, die die Gesetze niederschreiben, und lenkt die Münzen denen in die Hände, die fairen Handel betreiben. Der Gott der Städte ist streng, aber er belohnt jene, die hart arbeiten und deren Taten anderen ebenso dienen wie sich selbst – obwohl er moralisch flexibel genug ist, zu erkennen, dass nicht jede Person von jeder Entscheidung gleichermaßen profitieren kann. Der Missbrauch von Sklaven oder Lasttieren ist ihm ein Dorn im Auge, da er ihn als Verschwendung von Ressourcen betrachtet, der der Ertragskraft der Zivilisation als Ganzes abträglich ist. Er zieht den Einsatz von billigen Arbeitskräften dem von Sklaven vor, da die Arbeiter dann ihr Geld dafür aufwenden können, am Handel teilzuhaben und sich durch etablierte ökonomische Kanäle aus ihrer niedrigen Stellung emporzuarbeiten. Abadar ist sich jedoch bewusst, dass die Welt sich nur in kleinen Schritten ändert und dass die für die Gesellschaft vorteilhafteste Option nicht immer die gegenwärtig praktikabelste sein muss. Er respektiert bedächtiges Vorgehen und verabscheut Impulsivität, in der er eine simple und zerstörerische Laune sieht. Er lehrt, dass Disziplin, scharfsinniges Urteil und die Einhaltung des Gesetzes am Ende zu Wohlstand, Komfort und Glück führen. Er glaubt nicht an Almosen, aus diesem Grund werden in seinen Tempeln Tränke, Heilzauber oder Schriftrollen verkauft, anstatt sie an Notleidende zu verschenken. Wer dagegen protestiert, wird an den Tempel von Sarenrae verwiesen. Abadar ist der Herr und Wächter der Ersten Schatzkammer, eines magischen Ortes in seinem Reich, an dem eine perfekte Version jeder Kreatur und jedes Objektes existiert – ein perfektes Schwert, ein perfektes Reh, ein perfektes Rad und sogar ein perfektes Gesetz. Inspiriert durch Abadars Lehre versuchen seine sterblichen Künstler und Handwerker, diese perfekten Gestalten zu schaffen. Seine Mediatoren und Richter halten sich diese idealisierten Gesetze vor Augen, wenn sie neue Gesetze schaffen oder die bestehenden auslegen. Es heißt, dass Abadar vor vielen Jahrhunderten den Sterblichen im Traum gewährt hat, die Erste Schatzkammer zu besuchen, um sie zu inspirieren. Solche begehrten Visionen wurden jedoch seit langer Zeit nicht mehr verzeichnet – vielleicht, weil sich niemand Würdiges gefunden hat, weil er fürchtet, dass seine Feinde die perfekten Formen stehlen könnten, oder weil er den Fortschritt der gegenwärtigen Zivilisationen sorgsam abstimmt, um zu verhindern, dass sie zu schnell wachsen und zerfallen, bevor sie ihren Höhepunkt erreichen. Seine Anhänger sind in erster Linie Aristokraten, Handwerker, Richter, Anwälte, Händler und Politiker, die alle von den bestehenden Gesetzen und dem Handel profitieren. Jene, die arm sind oder denen ein Unrecht widerfahren ist, beten ihn ebenfalls an, weil sie hoffen, dadurch ihr Schicksal zu wenden, da die meisten Sterblichen den Reichtum und das damit einhergehende Glück anstreben. Er erwartet, dass sich seine Anhänger an geltendes Recht halten (allerdings nicht an törichte, widersprüchliche, wirkungslose oder zwecklose Anordnungen) und danach streben, Ordnung und Frieden zu fördern. Glücksspiel, exzessives Trinken oder Drogengenuss toleriert er nicht, trotz der lukrativen Natur dieser Industrien – derartige Sünden schwächen die Gesellschaft unausweichlich, anstatt sie zu stärken. Anhänger, die Abadars Gunst verlieren, merken das daran, dass ihnen in einer wichtigen Zeit das Geld ausgeht, dass ihnen bei einem wichtigen Geschäft die Worte fehlen oder sie in ihrem Handwerk oder ihrer Kunst nicht weiterkommen. Ist er wohlgesonnen, erweist sich ein Geschäft als profitabler als erwartet, werden Projekte frühzeitig abgeschlossen und Reisen zu oder in einer Stadt erfordern weniger Zeit als üblich. Seine Einmischung in die Welt der Sterblichen ist subtil, denn er erwartet, dass seine Anhänger ihre Arbeit selbst erledigen – normalerweise erfolgt sie eher in Form von Hinweisen oder Gelegenheiten anstatt in Form direkter Gaben. Abadar wird als gut aussehener Mann mit schwarzen Haaren und feiner Kleidung dargestellt – häufig mit einem goldenen Umhang über einer goldenen Brustplatte –, der zahlreiche Schlüssel in der Hand hält. Menschen, Zwerge und Gnome stellen ihn mit Bart dar, während Elfen ihn bartlos und mit langen Zöpfen zeigen, in die Goldfäden eingeflochten sind. Seine Stimme ist angenehm und gleichmäßig, seine Worte stramm, aber nicht schroff. Abadars heiliges Symbol ist ein goldener Schlüssel, häufig mit dem Bild einer Stadt auf der Reite. Seine Priesterschaft besteht beinahe ausschließlich aus Klerikern und einer geringen Anzahl Paladine. Aufgrund des Schwerpunkts auf Städte und Zivilisation hat er so gut wie nie Adepten unter seiner Priesterschaft – selbst die entlegensten Siedlungen, die Abadar verehren, werden mindestens von einem Kleriker oder Paladin beaufsichtigt. Er wird "Herr der Ersten Schatzkammer" genannt, "Richter der Götter" und "Der mit der goldenen Faust" genannt. Gesinnung: Rechtschaffen neutral Kleriker-Gesinnung: RG, RN, N, RB Domänen: Erde, Ordnung, Adel, Schutz, Reisen Bevorzugte Waffe: Leichte Armbrust

Abadar — Kingmaker