Erastil
Gottheiten und Domänen
Erastil, auch "der Meisterschütze" genannt, ist eine alte Gottheit und wurde erstmals auf Golarion bekannt, als sich frühe Humanoide ihre natürliche Umgebung zu eigen machten. In pastoralen Legenden heißt es, dass der Meisterschütze den ersten Bogen als Geschenk für die Sterblichen fertigte, damit diese das Jagen erlernen und in der gefährlichen Welt überleben konnten. Obwohl die Zivilisation längst nicht mehr aus einfachen Ansiedlungen besteht, ist Erastil in den Traditionen und innerhalb der Grenzen der Welt noch immer beliebt und eine Übergangsfigur zwischen der Verehrung des Grünen Glaubens und der Religionen der Städte. Erastil ist in erster Linie eine Naturgottheit der Pflanzen und Tiere, mit denen Bauern, Jäger und Viehzüchter in ihrem harten Leben zu tun haben. Außerdem ist er ein Gott eng verbundener Gemeinschaften und Familien, und sein Beschützeraspekt tritt zutage, wenn diese bedroht werden. Erastil meidet Kreuzzüge und dreistes Heldentum und hat keine großen Pläne, die Welt vom Chaos und vom Bösen zu befreien. Er möchte lediglich, dass alle ein friedliches Leben führen können, ohne von Monstern, der Einberufung zur Armee oder weltvernichtender Magie bedroht zu werden. Er ist ein strenger Patriarch mit einem unbeugsamen Geist. Er hat keine Angst, sich einem Rüpel entgegenzustellen, und ist auch nicht zu stolz, ein verängstigtes Kind zu trösten. Er lehrt, woran man den Wechsel der Jahreszeiten erkennt, wann es Zeit zum Säen und Ernten ist, wie sich krankes oder trächtiges Vieh verhält, wie man Wunden und Knochenbrüche versorgt, verirrte Schafe einfängt oder Tollwut bei Hunden feststellt. Er glaubt, dass Zusammenarbeit zu Freundschaft und Sicherheit führt und dass die Natur für die Sterblichen sorgt, sofern diese ihre Gaben respektieren. Er liebt Traditionen, die enge Familienbande unterstützen – auch, wenn diese nach modernen Maßstäben bizarr erscheinen –, sowie die Jagd, sofern sie nur der Ernährung dient. Hochzeiten und Babys bringen ihn zum Lächeln. Er ist kein Partner für philosophische Diskurse, sondern gibt praktische und nützliche Ratschläge. Der Meisterschütze glaubt, dass Führungsqualitäten eine Tugend starker Seelen sind, und Gruppen – seine Kirche, eine Gemeinschaft oder Familien – unter einem wohlwollenden Anführer am besten funktionieren. Viele Gemeinschaften, die Erastil verehren, folgen Schutzherren oder -frauen, einem Ältesten oder den Nachkommen einer Familie, die für ihr klares Denkvermögen oder frühere erfolgreiche Anführer bekannt ist. In erastilgläubigen Familien wird ein Familienältester als Anführer des Clans oder Haushalts angesehen. Die Familien- oder Gruppenmitglieder fügen sich üblicherweise den Plänen des Anführers für Frieden und Wohlstand und tragen mit ihren Talenten, Fertigkeiten und ihrer Arbeitskraft zum Wohl der gesamten Gemeinschaft bei. Erastil glaubt, dass Kinder ihre Eltern ehren und Arbeitszeit von Freizeit unterscheiden können sollten. Ihm missfallen das Chaos und die Probleme, die Abenteurer mit sich bringen. Sie können zwar bei der Abwehr von Monstern von Nutzen sein, sollen sich in diesem Fall aber schnell um das Problem kümmern, eine Mahlzeit und einen Schlafplatz dafür annehmen und dann weiterziehen, bevor sich ihre Reiselust auf die friedvollen Gemeinschaften übertragen kann. Erastils Avatar ist ein aufrecht stehender Jäger mit Elchkopf, abgenutzter Lederkleidung und einem einfachen Bogen. Alten Legenden zufolge nehmen sowohl Halblinge als auch Menschen ihn als Angehörigen ihres Volkes wahr, sogar wenn sie ihn gleichzeitig erblicken. Manche Darstellungen zeigen ihn als vollständig menschlich – meist als Nachkomme der Ulfen oder Kelliden –, wie er manchmal Kindern, verirrten Reisenden oder denjenigen erscheint, denen er seine göttliche Natur nicht offenbaren will. In den meisten Geschichten verfehlen die Pfeile des Meisterschützen nie ihr Ziel. Manche Gemeinschaften besitzen immer noch einen Pfeil, der einst von Erastil abgefeuert worden sein soll und von Generation zu Generation weitergereicht und wegen seiner Verbindung zu diesem Gott geschätzt wird. Künstlerische Darstellungen Erastils sind selten, da seine Anhänger ihre Energie auf praktischere Dinge konzentrieren – meist finden sich lediglich geschnitzte Holztafeln mit seinem Abbild. Diese werden jedoch nicht verehrt oder angebetet, sondern sollen an seine Gegenwart erinnern. In anderen Gemeinschaften dienen ein ausgestopfter Elchskopf oder ein Elchgeweih diesem Zweck. Kunstvollere Darstellungen zeigen Erastil, wie er wilde Tiere abwehrt oder seine Anhänger in der Jagd unterrichtet. An einigen uralten Höhlenwänden finden sich einfache Zeichnungen aus vorazlantischer Zeit, die einen Mann mit Elchskopf bei ähnlichen Tätigkeiten zeigen. Der Meisterschütze zeigt sein Wohlwollen durch erfolgreiche Jagden, reiche Ernten, mildes Wetter, das Erscheinen gerader Wege und ähnliches, bevorzugt aber, direktes Eingreifen auf die Hilfe für Bedürftige in Notzeiten zu beschränken, da er Faulheit nicht unterstützen möchte. Eine hungrige Familie kann dann reichlich Gemüse in ihrem winzigen Garten vorfinden, eine alte Kuh wieder Milch geben, die Beute eines müden Jägers stolpern oder in die Falle tappen und so weiter. Huftiere werden als Gefäße für Erastils Macht angesehen und Elchgeweihe sind bei seinen Anhängern zur Herstellung einfacher Werkzeuge und Waffen besonders beliebt. Verästelte Blitze sollen ein Zeichen seiner Anwesenheit sein, und Kreaturen oder Gebäude, die vom Blitz getroffen werden, gelten als "von Erastils Pfeilen getroffen". Seine Wut gilt Anhängern, die seine Prinzipien verraten. Diese werden meist durch Verwandlung bestraft, beispielsweise in Obstbäume oder Schweine, um der Gemeinschaft besser zu dienen. Oft drohen Mütter ungehorsamen Kindern, dass Erastil sie verwandeln wird, und in den meisten Gemeinden steht mindestens ein kleiner, knorriger Baum, der örtlichen Legenden zufolge einst ein besonders ungezogenes Kind war. Erastils bevorzugte Waffe ist der Langbogen, aber seine Kleriker und Druiden können auch mit dem Kurzbogen umgehen. Die meisten seiner Priester sind Kleriker, eine kleine Minderheit sind Druiden, Waldläufer und (sehr selten) Paladine, während in einigen entlegenen Gemeinden Adepten dienen. Druiden sind meist in Gegenden anzutreffen, wo die Naturgewalten und das Wetter die größten Bedrohungen sind, Paladine dagegen in Ländern, in denen Monster hausen. Von seinen Anhängern wird Erastil oft "der Meisterschütze" genannt, man kennt ihn aber auch unter dem Namen "Elchvater" oder "Alter Jäger". Sein heiliges Symbol ist ein Bogen aus einem Elchgeweih mit einem eingespannten Pfeil. Gesinnung: Rechtschaffen gut Kleriker-Gesinnung: RG, NG, RN Domänen:Tiere, Gemeinschaft, Gutes, Ordnung, Pflanzen Bevorzugte Waffe: Langbogen
