Gorum
Gottheiten und Domänen
Gorum soll aus den ersten Schlachten zwischen Menschen und Orks hervorgegangen sein und erscheint als stachelbesetzte Plattenrüstung mit leuchtenden roten Augen. Dass er bei Halborks, Menschen und Orks gleichermaßen als ihresgleichen gilt, interessiert diesen Gott nicht, solange sie ihr Leben dem Kampf widmen. Er glaubt an Stärke und Macht, das Urteil des Schwertes und den Klang von klirrendem Eisen. Er bevorzugt weder das Gute noch das Böse, und das einzige Recht, das er Sterblichen zugesteht, ist das Recht, für ihren nächsten Atemzug zu kämpfen. Solange sich Völker gegenseitig oder untereinander bekämpfen, leben Gorums Lehren weiter. Die Anhänger Gorums finden Erfüllung im erbitterten Nahkampf, wenn jeder Augenblick den eigenen Tod bedeuten kann – alles andere ist langweilig und trostlos. Als die Zwerge auf ihrer legendären Reise zum Himmel die Orks aus den Finsterlanden an die Oberfläche trieben, kam es zu Kämpfen zwischen diesen wilden Horden und primitiven Menschenstämmen, die die letzten Überlebenden der untergegangenen Menschenreiche waren. In dieser Epoche der Schlachten und des Blutvergießens brachen in den sterblichen Seelen bisher unbekannte Qualen und Leidenschaften hervor und brannten sich in verletztes Fleisch. Vor diesem Konflikt war sein Name unbekannt, aber als die Menschen gegen die Orks kämpften, wurde Gorum zur göttlichen Personifikation des gleichermaßen schrecklichen wie berauschenden Krieges. Wann immer es in der Folgezeit zu Kriegen kam, erschien Gorum, um die Sterblichen zu Heldentaten auf dem Schlachtfeld zu beflügeln. Unter seinem ehernen Blick finden die Würdigen Ehre – und die Gefallenen geraten in Vergessenheit. Gorums Priester glauben, dass sich sein Geist voller Ekel von Golarion abwenden würde, wenn es keine Kriege mehr gäbe, er aber bereitwillig zurückkehren würde, sobald die Sterblichen wieder zu den Waffen greifen. Trotz der Fortschritte hinsichtlich Magie, Technologie und Kriegswerkzeug ist der Herr im Eisen beständig, da er sich auf den Krieg selbst und nicht auf dessen Gründe oder die geführten Waffen konzentriert. Egal, ob der Kampf zwischen Orks und Menschen, Goblins und Zwergen oder Elfen und Wesen von jenseits der Sterne wütet – Gorum ist da, um die berauschende Energie des Krieges auszukosten. Gorums ganzes Interesse gilt dem Kampf und der Feuerprobe in der Schlacht. Er versteht die Notwendigkeit von Fernkampfwaffen, Belagerungsgeräten und Heimlichkeit, aber nichts befriedigt ihn mehr als der Nahkampf, bei dem Schweiß, Blut und Furcht die Luft erfüllen. Während Torag die taktische Seite des Krieges verkörpert und Sarenrae den Krieg als letztes Mittel gegen das Böse nutzt, steht Gorum für Begeisterung, Kampfeslust und Brutalität in der Schlacht. Ihm ist egal, ob seine Anhänger Ritter in strahlender Rüstung, Goblins mit Hundsschnittern oder mit Küchenmessern bewaffnete Kinder sind – jeder, der einen Kampf beginnen will, egal wie aussichts- oder sinnlos er ist, verdient eine blutige Auseinandersetzung. Massaker an Unschuldigen und Krüppeln billigt er allerdings nicht, da diese das Werk von Mördern und Schlächtern und keines wahren Kriegers würdig sind. Er kann allerdings auch Gnade walten lassen, wenn sich jemand ergibt. Doch wer dies nur vorgibt, um seinen Gegner zu täuschen und hinterrücks anzugreifen, wird von ihm niedergestreckt. Und wer einen Kampf gänzlich verweigert, ist ihm kaum noch eine verächtliche Enthauptung wert. Gorum zieht es vor, dass Soldaten in ihrem Leben zahlreiche Schlachten schlagen können, anstatt schon in der ersten zu sterben. Wenn Kompromisse oder ein Waffenstillstand bedeuten, dass Krieger für eine weitere Schlacht weiterleben, unterstützt er die Diplomatie, anstatt alle Soldaten bis zu einem sinnlosen Tod weiterkämpfen zu sehen. Die Verhandlungen selbst interessieren ihn dabei nicht und er verliert schnell das Interesse, wenn sich die Gemüter beruhigen und die Waffen niedergelegt werden. Wortgefechte ermüden ihn – nicht etwa, weil ihm der dafür notwendige Intellekt fehlen würde, sondern weil er sie als so sinnlos und unbefriedigend empfindet wie das Zertreten von Ameisen. Wahre Herausforderungen sind die, die Leben kosten können und bei denen ein Moment des Zögerns in Blut und Schmerzen resultiert. Die Begriffe "gut" und "böse" bedeuten ihm nichts. Daher kann er an einem Tag gegen Dämonen und am nächsten gegen edle Drachen kämpfen, nur um sich und seinen Mut auf die Probe zu stellen. Unter den Göttern gilt Gorum als unvergleichlicher Krieger, der allerdings zu Raserei und Zerstörung neigt, sobald er Langeweile verspürt. Künstlerische Darstellungen von Gorum sind selten, da seine Anhänger große Taten und prahlerische Worte ruhigen, dauerhaften Kunstwerken vorziehen. Die tatsächlich existierenden Werke aber zeigen sein Abbild oder seinen Schatten mit Blut gemalt oder aus Metallstücken gehämmert. In einigen Tempeln mit Schmieden gibt es Gussformen für Waffen, deren Überlaufrinnen zu handgroßen Behältern führen, die wie Männer in Stachelrüstung mit Gorums Symbol auf der Brust gestaltet sind. Diese schweren, unbeabsichtigt erschaffenen Symbole des Glaubens werden als heilige Symbole und bei Gruppengebeten vor einer Schlacht benutzt. Gorum zeigt sein Wohlwollen durch Eisenrüstungen oder -waffen, die schimmern oder Blut vergießen, wenn man sie berührt. Einige legendären Krieger sind dafür bekannt, eine Blutspur hinter sich herzuziehen, auch wenn sie nicht in der Schlacht sind. Manchmal schafft es auch ein einzelner Krieger, sich gegen eine Übermacht von Gegnern zu behaupten, weil diese auf seinen blutbesudelten Opfern ausrutschen. Gorums Zorn zeigt sich oft in plötzlich auftretendem Rost, der eine wertvolle Waffe oder Rüstung vollständig zerstören kann. Er ist dafür bekannt, feige Krieger zu bestrafen, indem er ihre Rüstungen genau in dem Moment zerfallen lässt, in dem sich ihre Feinde nähern. Sein heiliges Symbol ist ein Berggipfel, aus dem ein riesiges Schwert ragt. Gesinnung: Chaotisch Neutral Kleriker-Gesinnung: CG, N, CN, CB Domänen: Chaos, Zerstörung, Herrlichkeit, Stärke, Krieg Bevorzugte Waffe: Zweihänder
