Rabenritter
Monsterhandbuch
Rabenritter sind bösartige, geisterhafte Gestaltwandler, die üblicherweise in der Gestalt eines riesigen Raben mit einer Flügelspannweite von 6 bis 8 Fuß und einer Größe von 2 bis 3 Fuß erscheinen. Allerdings können sie auch die Form von Wölfen oder Schreckenswölfen annehmen oder aber auch von monströsen Wolf-Rabenhybriden, die mit den schwarz gefiederten Perytons verwandt sind. Auf Wunsch können sie auch eine humanoide Gestalt annehmen. Dazu ermorden sie oft ranghohe Personen und nehmen ihren Platz ein. Sie bringen ihren Schwertern eine ungewöhnlich große Zuneigung entgegen und geben ihnen oft bedrohliche Namen. Rabenritter werden von Krieg und Leid förmlich angezogen und durchstreifen oft Schlachtfelder – vor allem bei langwierigen Belagerungen. Sie fühlen sich besonders zu Herrschern und Kommandanten hingezogen, wobei sie sich dank ihres außerordentlichen Redegeschicks und dem flinken Verbreiten von Gerüchten in das Vertrauen der Anführer schmeicheln. Sie sind listenreiche Betrüger und Vorboten großen Elends. Sie versuchen Herrscher über sterbliche Reiche in eifersüchtige Fehden und sinnlose Kriege zu verstricken. Dafür eignen sie sich oft den kultivierten Ruf eines Meisterduellanten, brillanten Söldnerführers oder zu Unrecht verbannten Adligen aus fernen Landen an. Trotz ihrer Tarnung erscheinen Ratschläge von Rabenrittern oft als weise und scharfsinnig, und scheinen auf umfassendem Wissen von Geschichte, politischen Rivalitäten und Kulturkämpfen sowie großen Erkenntnissen in Kriegsbelangen zu beruhen. Obwohl ihre Ratschläge anfangs zu schnellem Sieg führen, streben sie letztendlich immer nach Tod und Verderben auf beiden Seiten. Auf dem Höhepunkt des Gefechts, wenn der Sieg zum Greifen nah erscheint, säen Rabenritter Zwietracht und Verrat, was ihre ehemaligen Verbündeten schwächt und so ihren Untergang einleitet. Erst wenn das Königreich eines Herrschers oder die Armee eines Kommandanten in Trümmern liegt, führt der Rabenritter den Todesstoß aus. Die ersten Rabenritter sollen angeblich von einem bösen Feenfürsten erschaffen worden sein, um einige sterbliche Herrscher für ihre Überheblichkeit zu bestrafen, vor allem die, die im Vertrauen auf ihre Armeen und Waffengewalt die Wildnis immer weiter zurückgedrängt hatten. Die Aufschneiderei und Prahlerei dieser Sterblichen, die sich anmaßten, die Überhand über die Anhänger der alten Bräuche erlangt zu haben, beleidigten den Feenfürsten derart, dass er seine Rabenritter aussandte, um ihre Reihen zu unterwandern. Die Rabenritter beobachteten die Sterblichen aus den Schatten und machten sich mit ihren Verhaltensweisen vertraut, um sie mit ihren eigenen Waffen und Strategien schlagen zu können. Sie setzten sie großen Qualen aus, um ihnen ihre Geheimnisse zu entlocken, und quetschten noch die letzten Wahrheiten aus ihnen heraus, bevor sie ihnen das Geschenk des Todes zuteilwerden ließen. Aber im Tod siechen die Opfer der Rabenritter weiter dahin, da sie die Schwelle zum Jenseits nicht überschreiten können und so weiterhin an das erbarmungslose Herz dieses Feenwesens gekettet sind. Es kann ihren Geist lesen wie ein offenes Buch und sich ihre Geheimnisse auf grauenvolle Art und Weise zunutze machen. Manchmal finden Rabenritter großes Vergnügen daran, falsche Orakelweissagungen zu verkünden oder Sterblichen einen Pakt anzubieten, der ihnen im Austausch für das Blut von Unschuldigen große Macht verspricht. Sie behaupten oft, aufgrund eines Fluchs an ihre Tiergestalt gebunden zu sein, und bestehen darauf, dass nur das Blut von Unschuldigen diesen Fluch brechen kann. Wenn der so Umschmeichelte leichtsinnig genug ist, diesem Handel zuzustimmen, kehrt der Rabenritter oft in Gestalt des Unschuldigen zurück, um seinen angeblichen Verbündeten zu quälen und in den Wahnsinn zu treiben. Manchmal greifen sie sogar zu nicht ganz ernst gemeinten Verlockungen, um die Willenskraft von Sterblichen auf die Probe zu stellen.
