Rovagug
Gottheiten und Domänen
Rovagug, der Weltenzerstörer, erblickte das Licht der Welt, als der Kosmos noch sehr jung war, verschlang und verwüstete alles, was er berührte, und vernichtete die mit großer Sorgfalt erschaffenen Kreationen der Götter, bis diese sich in ihrer Verzweiflung zusammentaten, um ihn einzufangen. Jetzt brodelt und erzittert Rovagug vor Qual und ohnmächtigem Zorn, lässt so die Erde erbeben und bringt ganze Gebirge zum Einsturz. Wenn er brüllt, steigen Wolken aus giftigem Gas aus Erdspalten empor. Er gebiert Monstrositäten, die aus den fauligen Tiefen der Welt emporkriechen, um im Namen ihres Schöpfers Tod und Verderben zu bringen. Rovagug träumt nicht von Ruhm und Ehre. Er sehnt das Ende jedes Lebens herbei, schaufelt alles, was lebt, in sein riesiges Maul und zermalmt den Rest unter seiner massigen Gestalt. Nicht langsame Hitzewellen führen den Untergang herbei, sondern die geballte Zerstörungskraft des Feuers. Jedes Wesen, das einen Funken Vernunft besitzt, egal ob göttlich oder sterblich, hasst und fürchtet ihn, denn er ist der, der das Ende der Welt herbeiführt, der Anti-Schöpfer, der Feind von Göttern und dem Leben selbst. Als Rovagug von irgendwo aus den Tiefen von Raum und Zeit auftauchte, entfesselte er einen furchtbaren Krieg, aufgrund dessen sich letzten Endes eine unvorhersehbare Allianz zwischen den Göttern formierte, die ihre Schöpfung zu bewahren suchten. Während die gerissene Calistria den Schrecken ablenkte und zahllose längst vergessene Götter ihr Leben gaben, um ihr zu helfen, schmiedeten Torag und Gorum tief im Herzen von Golarion ein ausbruchssicheres Verlies. Asmodeus und Pharasma wiederum bedienten sich der Macht der Ebenen, um das Verlies mit hoch wirksamen magischen Schlössern und Schutzzaubern zu versehen. Als das Zeichen gegeben wurde, dass das Werk vollbracht war, forderte der mächtige Engel Sarenrae Rovagug direkt heraus und provozierte ihn mit heiligem Feuer. Sein gottloses Geheul voll Zorn und Qual erschütterte die Leere, während die Dämmerblume ihn in die Welt lockte, die von nun an sein Gefängnis sein sollte. Mit ihrem Feuerschwert hieb sie einen tiefen Spalt mitten ins Herz des Landes. Eine Macht jenseits aller menschlicher Vorstellung, die der Mühsal vieler Götter entsprang und mit dem Leben vieler weiterer bezahlt wurde, schoss auf den Vernichter zu, umfing ihn und zog ihn unaufhaltsam in das von den Göttern geschmiedete Verlies. Als die Zelle erbebte und unter der Kraft ihres wütenden Gefangenen zu bersten drohte, zog Asmodeus seinen im Höllenfeuer geschmiedeten Schlüssel hervor, um die Grausame Bestie ein für alle Mal einzusperren. In den Jahrtausenden ihrer Gefangenschaft hat die Grausame Bestie ihren Zorn nur weiter genährt und glaubt noch immer fest daran, eines Tages ausbrechen zu können, sich an Sarenrae, den Trümmern der Welt und dem kalten Fleisch der anderen Götter zu laben. Rovagug schläft schon jahrhundertelang unruhig vor sich hin und hängt Träumen von verheerender Vernichtung nach. Er ist der Krebs, der Golarions Herz zerfrisst. Er zerrt an seinen Fesseln und sehnt den Tag herbei, an dem er alles Leben verschlingen wird. Die Grausame Bestie hat nichts Gutes hervorgebracht, keine Schöpfung, die ihre Zerstörungswut aufwiegen könnte. Sie hat keine Freunde, keine Verbündeten. Sobald sie die Welt vernichtet hat, wird sie ihren Zorn zweifellos gegen ihre eigene Brut richten und sie von kannibalistischem Heißhunger getrieben verschlingen. Die Grausame Bestie schert sich nicht um die kleinen Dinge, die Sterbliche ihr zu Ehren unternehmen. Es kümmert sie nicht, ob sie ihren Namen voller Bewunderung oder voller Hass aussprechen. Rovagug erwartet keine besonderen Rituale oder tief empfundene Hingabe als Ausdruck der Ehrerbietung angesichts seiner göttlichen Energie – er will nur seine Freiheit wiedererlangen und wissen, dass man ihn nicht vergessen hat. Auch wenn einige seiner getreuen Anhänger es nicht einsehen wollen, er verspricht niemandem eine Sonderstellung an seiner Seite oder Verschonung vor seiner Zerstörungswut. Wem das Schicksal kurzfristig hold ist, der mag für einige Zeit in seinem Gefolge reiten und der eigenen unbändigen Mordlust frönen. Aber letzten Endes werden auch sie dem unstillbaren Hunger ihres Gottes zum Opfer fallen. Da Rovagug gefangen wurde, sind seine Interaktionen mit sterblichen und unsterblichen Wesen begrenzt. So kann er nur über seine grausamen Priester und vor allem auch über seine berüchtigte Brut auf die Welt Einfluss nehmen, die in seinem Namen die Katastrophe ankündigen. Die meisten zivilisierten Kulturen stellen die Grausame Bestie als eine wurmartige Kreatur mit einem riesigen Maul voller Zähne dar. Die primitiven Stämme und wahnsinnigen Kultanhänger, die sie anbeten, begnügen sich damit, einfache Symbole mit Blut auf Wände, Banner und Schilde zu malen. Sein Symbol ist ein Maul mit Reißzähnen umgeben von Spinnenbeinen, obwohl einige Kulte auch leicht abgewandelte Symbole verwenden, wie eine Krabbe mit einem Maul auf ihrem Rücken, ein von Skorpionstacheln umgebenes Maul oder die grobe Zeichnung einer Klaue inmitten einer Spirale. Verschiedene Stämme und Kulte sprechen ihn mit unterschiedlichen Namen an und reden von der Reißzahnflut, dem Eingekerkerten König und dem Weltenzerstörer. Rovagugs tatsächliche Gestalt ist furchterregend: Ein riesiger, kilometerlanger Wurm an dessen Seite und in dessen Maul sich zahllose Glieder erstrecken. Verschiedenste Parasiten haften an seiner Haut und quellen aus seinen Wunden hervor, manche schnecken- andere insektenartig, viele von ihnen Schwärme von tausendbeinigem Ungeziefer, wieder andere von unaussprechlicher Gestalt. Diese Parasiten stürzen sich heißhungrig auf jeden, der unvorsichtig genug war, in Rovagugs vergossenes Blut zu geraten, und sterben dann, da sie nicht fähig sind ohne das Fleisch ihres Gottes zu überleben. Im Anschluss an Erdbeben und Vulkanausbrüche beten Rovagugs Anhänger und bringen Opfer dar, um ihn zu erwecken, da sie diese Ereignisse für einen Beweis für seinen ruhelosen Schlaf halten. Genauso sehen sie in Stürmen und giftigen Gaswolken seinen Atem, der aus den dunklen Tiefen der Welt zu ihnen hinausdrängt. Nehmen Feinde des Kults Schaden durch diese Vorfälle, halten es seine getreuen Anhänger für ein Zeichen seines Wohlwollens. Und natürlich glauben sie, dass ihr Gott erzürnt ist, wenn Naturkatastrophen seine Anhänger treffen. Gesinnung: Chaotisch böse Kleriker-Gesinnung: CN, NB, CB Domänen: Chaos, Böse, Zerstörung, Wetter, Krieg Bevorzugte Waffe: Zweihändige Axt
