Shelyn
Gottheiten und Domänen
Shelyn wacht seit Anbeginn der Zeit mit Güte und Großzügigkeit über das Multiversum und ermuntert die Sterblichen, in Frieden und Liebe miteinander zu leben und jeder noch so kleinen künstlerischen Anwandlung mit Inbrunst nachzugehen. Sie ist eine leidenschaftliche und kreative Künstlerin, wenn es um Belange des Herzens und der Schönheit geht, und lehrt, dass wahre Schönheit vielerlei Gestalt annehmen kann, dass Güte in Wahrheit Stärke ist, dass keine Macht der Welt größer ist als die Liebe und jede Person auf ihre eigene Art wunderschön ist. Sie hat selbst genug Schmerzen ertragen müssen, um die Qual des Opfers nachempfinden zu können, und hat genug gebrochene Herzen geheilt, um zu wissen, dass Liebe und Schönheit nicht leichtfertig hinzunehmen sind. Trotz ihrer schmerzlichen Erfahrungen und Verluste bleibt sie ewige Optimistin, lindert die schlimmsten Qualen und erfüllt eiskalte Herzen mit Liebe und Licht. Weder Sterblicher, Monster noch Gottheit kann ihr widerstehen. Shelyn repräsentiert alle Aspekte der Liebe, ob es sich um die Liebe der Eltern zu ihren Kindern handelt, die tiefe Wertschätzung eines Tiergefährten, die zärtliche Verbindung eines alten Paares, die keusche Bewunderung des Paladins für seine Gottheit oder die Leidenschaft von frisch Verliebten. Sie bevorzugt Verbindungen, die auf mehr beruhen als der bloßen fleischlichen Begierde. Sie verbietet solches Verhalten nicht, allerdings hofft sie immer, dass sich aus dieser rein körperlichen Erfahrung noch etwas Tieferes entwickelt. Begierden und Sehnsüchte zählen für sie daher auch nicht als wahre Liebe, egal ob sie sich auf Reichtümer oder bestimmte Personen beziehen. Shelyn wird immer als junge Frau mit blauen oder silberfarbenen Augen dargestellt, manchmal auch mit zwei unterschiedlich gefärbten Augen. Sie trägt ihre von farbigen Strähnen durchzogenen Haare knöchellang. Normalerweise wird sie als Mensch abgebildet, allerdings bilden andere Völker – von Elfen bis Halb-Orks – sie auch als ein Mitglied der eigenen Reihen ab. Shelyn trägt immer elegante Kleider und Juwelen, die ihre Schönheit unterstreichen, ohne zu viel zu enthüllen. Ihre Körperproportionen variieren je nach Künstler und was in einer bestimmten Region als Schönheitsideal gilt: Auf einigen Darstellungen ist sie stark und kräftig, auf anderen eher von üppiger Gestalt oder auch sehr schlank. Wenn sie sich Sterblichen zeigt, dann normalerweise als braunhaarige Taldani von mittlerem Körperbau, aber außergewöhnlicher Schönheit, in eleganter, aber bequemer Kleidung. Ihr Avatar ist die Verkörperung von Leidenschaft, Energie und Hingabe. Auf Objekte in ihrer Nähe, sogar auf Luft und Licht, übt sie eine fast unwiderstehliche Anziehungskraft aus. Shelyn ist die Tochter einer unbekannten Mutter und des Geisterwolfs Thron, dem Prinzen-der-Heult. In uralten Zeiten durchstreifte Thron Gebirge, Wälder und Himmel und sang dabei seine wilde Ode an Leben und Liebe. Aus seinen unzähligen Verbindungen gingen zwei Kinder hervor, die mächtiger sind als er selbst: Seine Tochter Shelyn und sein Sohn Dou-Bral, die sich als einzige Nachkommen der großen Gottheiten Golarions der Liebe, Schönheit, Kunst und Musik widmeten. Vor vielen Jahren gerieten die Geschwister in einen Streit, woraufhin Dou-Bral in die Weiten fern des Großen Jenseits aufbrach und seine göttlichen Interessen und Pflichten fortan vernachlässigte. Als er zurückkehrte, hatte er sich in den finsteren Gott Zon-Kuthon verwandelt. Die Dinge, die er jenseits der Grenzen aller Existenz erlebt hatte, hatten ihn in ein dunkles Spiegelbild seines früheren Selbst verkehrt. Anstatt Liebe und Schönheit zu fördern, war er jetzt ein Meister der Verstümmelung: Aus Liebe wurde Elend, aus Musik wurden Schreie, aus Schöpfungskunst wurde Folterhandwerk. So verdarb er auch seinen eigenen Vater und machte ihn zu seinem Boten, eine gequälte, furchterregende Bestie (s. Seite 314). Als Shelyn ihren Bruder willkommen heißen wollte, bohrte er seine schwarzen Nägel in ihr Fleisch und reagierte auf ihre Tränen und ihr Flehen mit Gewalt und Verachtung. Die Geschwister kämpften erneut, und schließlich gelang es der Göttin, ihm seine Glefe abzuringen (die sie für die Quelle seiner Verderbtheit hielt). Ein Waffenstillstand wurde ausgerufen, der den brüchigen Frieden durch Schweigen und gegenseitiges Meiden sichern sollte. Trotz all der Schmerzen, die Zon-Kuthon ihr bereitet hat, glaubt Shelyn fest daran, dass ihr Bruder noch immer irgendwo unter der bösartigen Hülle existiert, zu der er sich entwickelt hat, und hofft, dass sie ihn irgendwann erlösen kann. Ihre Geschichte von Liebe und Hingabe obwohl voller Kummer und Schmerz ermuntert sterbliche Freunde und Anhänger, auch unter widrigsten Umständen durchzuhalten. Sie inspiriert Barden zu epischen Liedern und Tragödien und Künstler zu Kunstwerken, die die Seele tief berühren. Manchmal nimmt Shelyn mit ihren Gläubigen direkten Kontakt auf, aber sie bevorzugt es, über aufmunternde Gedanken, Erinnerungen an geliebte Personen oder Musikstücke in Erscheinung zu treten. Singvögel sind ihrer Kirche heilig, ihre Anwesenheit gilt als großes Glück. Die meisten Dächer ihrer Tempel und Bäume in ihrer Umgebung zieren Futterstätten, um Vögel zum Verweilen und Nisten einzuladen. Besonders gesegneten Künstlern schenkt sie Visionen aus ihrem Reich als Inspirationsquelle, trauernden Liebenden schenkt sie Träume von Spaziergängen in den Rosengärten ihres Reichs mit ihren Verblichenen. Shelyn zeigt ihr Missfallen auf vielfältige Weise: Eine kurze abschreckende Vision in einem Spiegel, ein Streit unter Liebenden, ein schief singender Vogel oder verwelkte Rosen. Es betrübt sie zutiefst, wenn man die Leute, die man liebt, verrät. Dann verfolgt sie diese Gläubigen mit Schuldgefühlen und kaum wahrnehmbaren Wehklagen all jener, die verraten wurden, bis sie sich wie von selbst dazu entschließen, um Verzeihung zu bitten oder ihren Glauben hinter sich zu lassen. Shelyns heiliges Symbol ist ein Singvogel mit Regenbogenfedern, ihre Waffe ist die Glefe Seelenflüsterer, die sie einst ihrem Bruder Zon-Kuthon entrissen hat. Sie behält diese Waffe in Erinnerung an die Verwandlung ihres Bruders und um ihren Anhängern zu zeigen, dass es manchmal notwendig ist, für das, was man liebt, zu kämpfen. Gesinnung: Neutral gut Kleriker-Gesinnung: RG, N, CG, N Domänen: Luft, Charme, Gut, Glück, Schutz Bevorzugte Waffe: Glefe
