Urgathoa
Gottheiten und Domänen
Urgathoa ist eine ganz und gar unmoralische, hedonistische Göttin, die nur darauf bedacht ist, ihre eigenen Wünsche zu befriedigen ohne Rücksicht auf die Konsequenzen, die ihr Treiben auf andere haben mag. Wie Desna will auch sie so viele Erfahrungen wie möglich sammeln und die Welt in vollen Zügen genießen – allerdings geht sie dabei ungemein egoistisch vor. Einst war sie eine Sterbliche mit einer unbändigen Lebenslust, die sich Pharasmas Urteil widersetzte und so ihre Lebensfreude verlor. Im Tod ist es ihr irgendwie gelungen, genug Kraft zu sammeln, um sich aus Pharasmas Griff zu befreien und nach Golarion zurückzukehren, wo sie zu einem göttlichen Wesen und zur ersten untoten Kreatur der Welt wurde. Ihre Existenz bedroht die natürliche Ordnung. Einige behaupten, dass ihre ersten Schritte, die sie als Göttin auf der Materiellen Ebene unternahm, zu Seuchen und Infektionen geführt haben, dass die ersten Schatten und Geister ihrem Atem entsprungen sind. Aufgrund ihrer halbverrotteten Gestalt ist sie nur begrenzt zur Befriedigung ihrer Gelüste fähig, daher beschränkt sie sich weitgehend auf lasterhafte Gefräßigkeit – sie hat sogar das Gehirn menschlicher Babys gegessen, um ihre Unschuld zu kosten, dem letzten verbliebenen Zugehörigen eines Volks das Herz herausgerissen, nur um zu spüren, wie sein heißes Blut an ihren Händen hinunterläuft, und sie hat gut aussehende Prinzen mit Pestbeulen und Lepra geschlagen, nur um zu sehen, welche Muster sie auf königlichem Fleisch hinterlassen. Sie empfindet die stumpfe Existenz einer toten Seele als sinnlos und langweilig und bevorzugt die intensiven Erfahrungen eines Sterblichen oder Untoten. Ihrer Meinung nach sollte eine Kreatur so viele Eindrücke wie nur möglich sammeln. Sie verabscheut die Askese und vor allem all jene, die den strengen Regeln der Prophezeiungen der Kalistrade folgen. Urgathoa wird zumeist als wunderschöne Frau mit rabenschwarzem Haar dargestellt, allerdings nur bis zur Taille – sie sieht eigentlich aus wie ihr sterbliches Selbst, allerdings zeigt sie die Blässe eines ausgehungerten Vampirs. Ihre untere Körperhälfte ist halb verrottet und endet weiter unten in nichts weiter als blutigen Knochen. Wenn sie läuft, hinterlässt sie blutige Abdrücke ihrer skelettierten Füße. Obwohl sie ihren Gläubigen in Visionen manchmal nackt erscheint, trägt sie normalerweise ein glutrotes oder schwarzes Kleid, das von oben bis unten mit scheußlichen schwarzen, braunen und roten Flecken übersät ist. Bei seltenen Gelegenheiten nimmt sie eine monströse Gestalt an, die den furchtbaren untoten Kreaturen ähnelt, die als Töchter Urgathoas bekannt sind – mit einem riesigen Arm übersät mit Mündern voller Reißzähne und einem Schwanz aus mehreren Wirbelsäulen. Im Großen Jenseits herrscht Urgathoa über eine Ansammlung von Städten in einer Einöde Abaddons. Dort wimmelt es von untoten Bewohnern, die ihre sterblichen Gelüste bis zum Exzess ausleben. Die Daimonen in diesem Reich beobachten Urgathoa und ihre Anhänger zwar, lassen sie allerdings in Ruhe. Die größte Bedrohung für ihr Reich geht von Angriffen von Pharasmas Schergen aus, die die untoten Seelen auf den Beinacker zurückbringen und sie wieder ihrem eigentlichen Schicksal im Jenseits zuführen wollen. Obwohl sich die Kirche der Fahlen Fürstin hauptsächlich für den Untod interessiert, legen einige Kulte ihren Schwerpunkt auf ihren exzessiven Aspekt und feiern dekadente Festgelage, Alkohol- und Drogenexzesse sowie ausschweifende Orgien. Leider tendieren viele dieser "dilettantischen" Kulte schnell zu verdorbeneren Praktiken und schwelgen schon bald in nekromantischen Obszönitäten, wie der Verwandlung in Ghoule, Vampire und ähnliche Kreaturen. Urgathoas Wohlwollen äußert sich darin, dass gewöhnliches Essen herrlich schmeckt, Wasser sich in Wein verwandelt und man sich trotz extrem üppiger Mahlzeit nie wie gemästet fühlt. Man erzählt sich Geschichten von ausgehungerten Anhängern, die überraschend verletzte oder frisch erlegte Beute fanden (in manchen Fällen handelte es sich sogar um Fleisch von Humanoiden). Sie schickt nur selten Tiere als ihre Boten aus, allerdings führen manchmal Totenkopfschwärmer einen treuen Anhänger zu einer Belohnung oder werfen sich Schwärme von Stechmücken auf Sterbliche, um sie zu warnen oder zu bestrafen. Klerikerinnen, die ihr besonders treu ergeben sind, verwandeln sich manchmal in Töchter Urgathoas. Wenn Urgathoa allerdings wütend wird, schmecken Speisen und Wasser wie Asche. Das Ziel ihres Zorns leidet an einem unstillbaren Hunger und leidet an fauligen und aufschwemmenden Krankheiten, die die Nahrungsaufnahme und das Sprechen erschweren. Sie soll die Beine von Gegnern schon mit Lähmung geschlagen und sie so zum Kriechen gezwungen haben, oder ihren Geschmackssinn umgedreht haben, sodass sie nichts weiter schlucken konnten als Müll und Abwasser. Betroffene können ihren Zustand lindern, indem sie Urgathoa ein großes Opfer darbringen, entweder in einem Tempel oder indem sie ausschweifende Gelage, Drogen- oder Orgienexzesse in ihrem Namen abhalten. In seltenen Fällen kann dieser Fluch nur gebannt werden, indem man aus freien Stücken zum Kannibalen wird, wodurch die Seele desjenigen befleckt wird und er damit auf ewig der Fahlen Fürstin anheimfällt. Urgathoas heiliges Symbol ist der Totenkopfschwärmer, dessen Totenkopf auf Abbildungen oft übertrieben dargestellt wird. Ansonsten auch ein Schädel mit Falterflügeln, -beinen und -kopf. Gesinnung: Neutral böse Kleriker-Gesinnung: N, RB, NB, CB Domänen: Tod, Böse, Magie, Stärke, Krieg Bevorzugte Waffe: Sense
