Groetus
Gottheiten und Domänen
Groetus ist ein apokalyptischer Gott unbekannter Herkunft, der möglicherweise noch aus der Zeit vor der heutigen Inkarnation der Ebenen stammt. Rätselhaft und boshaft hält er mit grenzenloser Geduld unbefristet Wache, um seine mysteriöse Bestimmung zu erfüllen. Da er sich nicht aktiv um eine Anhängerschaft bemüht, ist vieles vom bekannten Wissen über ihn und seinen Glauben beschränkt und widersprüchlich. Das, was man weiß, beruht auf Überlieferungen aus zweiter Hand, die von verstreuten – und meist wahnsinnigen – Anhängern wiedergegeben wurden. Die meisten schenken ihm keine oder nur wenig Beachtung, da konkrete und unmittelbare Bedrohungen wesentlich drängender sind als ein Gott des Endes aller Dinge. Das schert Groetus jedoch nicht, denn er weiß, dass die Endzeit kommen wird, ob die Sterblichen nun an ihn glauben oder nicht. Aufzeichnungen zufolge wurde Groetus in azlantischen und thassilonischen Zeiten verehrt, obgleich er in keinem bekannten Verhältnis zu Golarions anderen Göttern steht und es keinen Beweis dafür gibt, dass er einst ein Sterblicher oder Naturgeist war. Bei den Proteanern und den Qlippoth existieren keine Geschichten über sein Erscheinen oder die Zeit vor seiner Existenz. Groetus herrscht über die Endzeiten – den Weltuntergang oder sogar die Vernichtung des Multiversums. Als stiller Beobachter hat er schon Milliarden von Seelen aus unzähligen Welten den Beinacker passieren sehen. Das Schicksal einzelner Helden, Ansiedlungen oder gar ganzer Zivilisationen ist ihm gleichgültig. Trotz seiner chaotischen Gesinnung ist er ein Bote des unabwendbaren Schicksals und stellt sicher, dass alles vergänglich ist. Er hat diese Rolle selbst gewählt und ist der leidenschaftslose Beobachter im Gleichgewicht zur leidenschaftslosen Richterin. Groetus‘ Aufgabe ist, das Buch dieser Realität zuzuschlagen, wenn die letzte Seite gelesen ist. Er weiß dabei lediglich, wie die Geschichte endet, und nutzt dieses Wissen, um sich Zukünftiges zusammenzureimen – ein Konflikt entsteht, diese Figur überlebt, jene nicht und so weiter – und sein weiteres Vorgehen nach dem Ende der Geschichte zu planen. Seine Aufmerksamkeit ist auf sein endgültiges Ziel und die kosmische Dynamik gerichtet, die dieses Ziel ermöglichen oder verzögern kann: die fast unmerkliche Bewegung der Ebenen gegeneinander, die grüblerischen Gedanken aufstrebender Götter und die Geburten und Tode von Sternen in den entfernten Weiten des Weltraums. Groetus erscheint selten in menschlicher Gestalt, aber einige Aufzeichnungen aus dem alten Azlant beschreiben ihn als großen, schlanken Mann in grauer Kapuzenrobe, die bis auf den Boden reicht. Er geht dabei leicht gebeugt, als trüge er eine große Last auf dem Kopf. Sein Gesicht ist fahl, die Augen liegen tief in den Höhlen und er hat lange, glatte Hände. Seine Stimme ist ein trockenes Flüstern, sein Lachen leise und keuchend und sein Tonfall archaisch und fremdartig. Er läuft barfuß und seine Füße sind mit Asche bedeckt, als wäre er durch ein verlöschtes Feuer gelaufen. Groetus greift beinahe nie direkt in die Welt der Sterblichen ein, als ob dies gegen einen selbst auferlegten Kodex verstoßen würde. In kritischen Zeiten, wenn der Wahnsinn seine Absichten durchkreuzen könnte, gewähren seine seltenen Einmischungen im Namen seiner Propheten diesen einige Momente der Klarheit. Wenn Groetus verärgert ist, verstärkt sich der Wahnsinn, Phobien entstehen oder werden ausgelöst und Augen trüben sich oder geben eine graue, reizende Flüssigkeit ab. So wie es Dutzende von Prophezeiungen über das Ende der Welt und verschiedene Definitionen vom "Ende aller Dinge" unter den Religionen und Völkern gibt, gibt es zahlreiche Interpretationen zu der Rolle, die Groetus spielt. Die meisten seiner Kultanhänger folgen einer dieser Ideologien ("Untergänge" genannt) und jeder "Untergang" kann als Splittergruppe dieses vage formulierten Glaubens angesehen werden. Die gewählte Ideologie deutet allgemein auf die Form des Wahnsinns des jeweiligen Anhängers und seine kranken Visionen hin, die ihn inspirieren. Zwei Anhänger, die unterschiedlichen Ideologien folgen, können sich verbünden oder ignorieren, bekämpfen sich aber nur selten, da die Zeit eine (oder beide) Ideologien von ihnen widerlegen wird. Gesinnung: Chaotisch neutral Kleriker-Gesinnung: CG, N, CN, CB Domänen: Chaos, Dunkelheit, Zerstörung, Wahnsinn, Leere Bevorzugte Waffe: Schwerer Streitflegel
