Irori
Gottheiten und Domänen
Irori war einst ein Sterblicher, dessen inbrünstige Disziplin ihn durch körperliche, mentale und spirituelle Vollkommenheit schließlich Erleuchtung und Göttlichkeit erlangen ließ. Er zeigt auf, dass die Beherrschung des eigenen Selbst zwar dazu befähigt, die Welt zu beherrschen, einen paradoxerweise aber genau diesen Willen vergessen lässt. Zahllose andere versuchen, seinem Beispiel zu folgen, und er ermutigt sie, ihren Verstand, ihre Körper und ihre Seelen herauszufordern, um ihre selbst auferlegten Grenzen zu überwinden. Er ist außerdem ein Gott des Wissens: Seine Anhänger sind eifrige Schüler der Geschichte, denn Erfahrung ist der Schlüssel zum Verstehen und aus den Erfahrungen anderer kann unendliches Wissen bezogen werden. Irori weiß, dass es keine universale Technik gibt, die für jeden funktioniert und dass Schüler experimentieren und üben müssen, um ihre eigenen Wege zu finden. Er ist geduldig, versöhnlich und gelassen und heißt alle willkommen, die als Brüder und Schwestern Perfektion suchen. Er ist ein Lehrer, der mit gutem Beispiel vorangeht, anstatt Tadel und Maßregelung zu üben. Gleichzeitig testet er ständig seine eigenen Grenzen als Gottheit aus, erweitert seine Erkenntnis und Selbstkontrolle ohne die Interessen anderer zu durchkreuzen. Irori, der ursprünglich aus dem weit entfernten Vudra stammt, hat an der Inneren See eine vielfältige Anhängerschaft, da jene, die Disziplin und eigene Perfektion suchen, nach seiner Inspiration verlangen. Iroris Anhänger stellen ihn selten künstlerisch dar, denn sie glauben, dass kein Bildnis seiner perfekten Erscheinung jemals entsprechen könnte. Sie beschreiben ihn in Lyrik und Prosa als makellosen Mann, der in einfache Roben gehüllt ist, Holzsandalen trägt und mit Ausnahme eines langen Zopfes völlig haarlos ist. Fernab der Inneren See wird er gelegentlich dem Volk des jeweiligen Künstlers zugeordnet, während die Dichter der Inneren See dazu tendieren, ihn besonders exotisch darzustellen. Irori sieht keinen Anlass, sich selbst mit Mysterien zu umgeben oder sich mit göttlicher Macht zu verstärken. In den seltenen Fällen, in denen er sich an Sterbliche wendet, erscheint er als Mann in guter, körperlicher Form, der den Beschreibungen seiner Anhänger entspricht und oftmals sitzt, geduldig kniet oder in meditativer Pose ruht. Es ist außerdem bekannt, dass er einen Teil seiner Erkenntnis in eine Statue übertrug, durch deren bewegliches Gesicht er sprechen kann. Der Meister der Meister lehrt, dass Körper, Verstand und Geist untrennbar miteinander verbunden sind und dass deren Spaltung illusorisch und kontraproduktiv ist. In jedem Individuum steckt eine vollkommene Version dieser drei Aspekte, genannt das "Dreifaltige Selbst", und die Beherrschung aller drei bei gleichzeitigem Verstehen, dass sie zueinander gehören, ist der Schlüssel zu Vollkommenheit und Erleuchtung. Weil die meisten Schwierigkeiten haben, ihren eigenen Geist zu erfassen und zu verfeinern, konzentrieren sich Novizen üblicherweise auf die Verbesserung von Körper und Verstand, um mit der so erlangten Selbstbeherrschung das Wachstum des Geistes zu steuern. Irori glaubt, dass Selbsterkenntnis zu Disziplin und möglicherweise zu Beherrschung führt, während Ignoranz den Geist dazu zwingt, dieselben Fehler auch im nächsten Leben zu begehen. Er lehnt radikale Aktionen und extreme Veränderungen bei Gewohnheiten und Verhaltensweisen ab und bevorzugt einen dezenten Wandel über einen längeren Zeitraum, um es einer Kreatur zu ermöglichen, sich fremden Methoden anzupassen und unerwünschte Reaktionen gegenüber extremen Umstellungen, etwa Verletzungen oder emotionale Störungen, zu vermeiden. Disziplin, Mäßigung und Besonnenheit führen zu innerem Gleichgewicht und sind der Schlüssel zur Schaffung eines gesunden, dauerhaften Wandels im Leben einer Person. Radikale Handlungen ohne entsprechende Vorbereitung sind chaotisch und haben negative Auswirkungen. Wenn Irori zufrieden ist, ist der Pfad zur Vervollkommnung ein leichter – er mildert Schmerz, verleiht mentale Klarheit und gewährt Einblicke in die nächsten Schritte auf der Reise der Anhänger. Besonders fromme Jünger können möglicherweise einen raschen Blick auf die gleichmütigen Augen des Gottes erhaschen oder einem mysteriösen, einzelnen Sandalenabdruck im Sand begegnen. Manchmal bestraft er Verstöße mit Krämpfen, Erschöpfung, Schwindel und evidenten Rückschritten auf dem Pfad der eigenen Perfektion. Doch in den meisten Fällen verzichtet er auf solche Maßnahmen, weil er davon überzeugt ist, dass es für seine aufrichtigen Anhänger Strafe genug sei, vom idealen Pfad abzuweichen, und dass jene, die nicht aufrichtig genug sind, die Kirche ohnehin verlassen sollten, um sich anderen Belangen zuzuwenden. Nur in Extremfällen – üblicherweise bei Sterblichen, die für Großes bestimmt sind – quält er die Person mit einer Verletzung oder einem Gebrechen, das es zu überwinden gilt. Dies geschieht, um den- oder diejenige zu ermutigen, nach einer alternativen Perspektive hinsichtlich eines Problems zu suchen oder um bei einer besonders stolzen Person Demut zu fördern. Iroris heiliges Symbol ist eine geöffnete, blaue Handfläche in einem Kreis. Gesinnung: Rechtschaffen neutral Kleriker-Gesinnung: RG, RN, N, RB Domänen: Heilung, Wissen, Ordnung, Rune, Stärke Bevorzugte Waffe: Waffenloser Schlag
