Zyklop
Vor vielen Jahrtausenden regierten die schweigsamen Zyklopen riesige Königreiche. Doch heute ist dieser Ruhm längst vergessen. Von den wenigen überlebenden Zyklopen streben nur wenige nach mehr als dem Schutz ihrer Lager und der Beschaffung der nächsten Mahlzeit. Diese letzte Aufgabe nimmt einen großen Teil ihrer Konzentration in Anspruch, denn der monströse Appetit und stumpfsinnige Hunger der Zyklopen leitet das Schicksal ihres Volkes und hat möglicherweise zu ihrem Sturz vor so langer Zeit geführt. Der durchschnittliche Zyklop wird 9 Fuß groß und wiegt 600 Pfund. Sowohl männliche als auch weibliche Exemplare sind beinahe vollständig kahl, allerdings wachsen ihnen über den Ohren stellenweise Strähnen dunkler Haare. Eine buschige, ausdrucksstarke Augenbraue zusammen mit dem riesigen Auge des Zyklopen geben leicht Aufschluss über den Gemütszustand der Kreatur. Die Geschichte der Zyklopen ist äußerst flüchtig, da sie auf die brüchigen Wände von rankenüberwucherten Städten geschrieben ist, deren Sturz schon lange vor dem Aufstieg der Elfen besiegelt war – zu einer Zeit, als Drachen und Riesen ein Land beherrschten, das noch unberührt war von den schwachen und kurzlebigen Völkern, die dort heute regieren. Weil dies alles schon so lange vergangen ist, weiß der durchschnittliche Zyklop heute wohl weniger über die fast mystischen Triumphe längst vergangener Zeitalter als ein auch nur halbwegs gebildeter Mensch. Uralte Aufzeichnungen, die mündlichen Überlieferungen anderer Riesenvölker und die verstreuten Berichte der Eingeborenen der südlichen Dschungel berichten von viel größeren, viel urtümlicheren „großen Zyklopen“ – beeindruckenden Titanen mit struppigen Beinen und einem massivem Horn über dem neugierigen Auge. Von diesen Kreaturen nimmt man an, dass sie entweder die Herren oder die Kriegsbestien des antiken Volkes waren, und sie werden von den modernen Zyklopen wie schwer fassbare, zerstörerische lebende Götter verehrt.
